Der Ort und das Gebiet

Der niedrige Hügel der Hagia Kyriaki, wo heute nur die Existenz des Heiligtums zu Ehren von Apollo als gesichert gelten kann, liegt etwa 5 km südlich von Sparta, fast in der Mitte des Eurotastales in der heutigen Provinz Lakonien. Von seiner Spitze aus können fast alle natürlichen Grenzen Lakoniens kontrolliert werden: Die arkadischen Berge im Norden, der Taygetos im Westen, der Parnongebirgszug mit dem Fluss Eurotas im Osten und der Zugang zum Golf von Lakonien im Süden. Die Identifizierung des Heiligtums wurde durch die Auffindung von Inschriften, die sich auf die Hyakinthien beziehen sowie durch sowohl auf der Anhöhe als auch in der unmittelbaren Umgebung auf Dachziegeln gefundenen Stempelabdrücken mit der Namensprägung ‚Apollo Amyklaios‘ (IG V.1 823) bestätigt. Was den Ort Amyklai selbst betrifft, so haben die Ergebnisse der Ausgrabungen um 1890 Christos Tsountas die Schlußfolgerung nahe gelegt, dass dessen Gründung allein anhand der Keramikfunde auf die Bronzezeit und wohl am Südostabhang des Hügels der Hagia Kyriaki festzulegen sei. Tatsache ist jedoch, dass die exakte Lage der Ortschaft aufgrund fehlender Siedlungsspuren auf dem Hügel sowie ausbleibender Forschungen in der weiteren Umgebung leider noch ungewiss bleibt. Diesbezüglich sind auch die literarischen Quellen widersprüchlich: Folgt man Polybios (5.19.2), der erwähnt, dass das Heiligtum im südlichen Stadtteil lag, der seewärts ausgerichtet war, dann scheint es wahrscheinlich, dass die Siedlung Amyklai wohl nördlich des Hügels angelegt gewesen war. Dass man sich die Stadt auch südwestlich des Hügels der Hagia Kyriaki vorstellen kann, geht aus der Information von Pausanias (3.19.6) hervor, wonach innerhalb der Ortschaft auch ein zweites bekanntes Heiligtum zu sehen gewesen war, dasjenige der Alexandra. Dieses ist nunmehr durch die archäologischen Forschungen von Crysanthos Christou im Süden des modernen Amyklai bestätigt worden. Die im Rahmen eines zukünftigen Survey zu untersuchende Ebene markieren schließlich noch die vor ungefähr 10 Jahren entdeckten Gräber geometrischer Zeit und vor Allem das mykenische Kuppelgrab von Vaphio.


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